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Abwasser aus dem Keller pumpen

6 Planungstipps zum Hebeanlage einbauen

Eine Abwasserhebeanlage pumpt das Abwasser über die Rückstauebene auf das Niveau des höher liegenden Kanals. Bei der Auswahl und der Planung der Hebelange gilt es einiges zu beachten. Der folgende Beitrag umfasst 6 Planungstipps.

Inhaltsverzeichnis
Hebeanlage einbauen
1
Zulaufleitung (Schmutzwasser)
2
Hebeanlage
3
Druckleitung
Die Rückstauschleife schützt vor einem Rückstau aus der Kanalisation. Ohne Schleife besteht die Gefahr, dass zum Beispiel bei Hochwasser das Wasser in den Keller zurückgedrückt wird und es zu Überschwemmungen kommt. Damit die Schleife funktionieren kann, muss sie sich oberhalb der Rückstauebene befinden.
4
Rückstauschleife
Gemäß DIN EN 12056-4 muss das Schmutzwasser über eine Druckleitung mit Rückstauschleife gehoben werden. Die Leitung verfügt zwar über einen Rückflussverhinderer, doch dieser ist nur dafür verantwortlich, dass nach Abschalten der Pumpe kein Wasser in den Sammelbehälter zurückfließt.
5
Mischwasser
Abwasser und Regenwasser fließen zusammen in eine Mischwasserkanalisation. Bei einem Trennsystem werden Schmutz- und Regenwasser in getrennten Leitungssystemen abgeführt.
6
Entlüftungsleitung
7
Belüftung über Dach
Abwasseranlagen werden über das Dach entlüftet.
8
Regenwasserfallrohr
9
Rückstauebene
Die Rückstauebene beschreibt die Höhe, bis zu der das Abwasser im Kanal ansteigen kann. Sie entspricht in der Regel der Straßenoberkante.
10
Ohne Rückstauschleife gefährdeter Bereich

Tipp 1: Prüfen Sie, ob Sie eine Hebeanlage oder einen Rückstauverschluss brauchen!

Immer mehr Menschen nutzen ihren Keller als zusätzlichen Wohnraum. In der Regel befinden sich in diesen Kellerräumen Entwässerungsgegenstände wie Bodenabläufe, Waschmaschinen, Duschabläufe oder Toiletten. Da die Kellergeschosse meistens unterhalb der Rückstauebene (Punkt 9) liegen, müssen sie vor Rückstau im Kanal geschützt werden. Andernfalls kann der Keller bei Starkregen überschwemmt werden. Sobald es zu größeren Regenschauern kommt, können die öffentlichen Abwasserkanäle die Wassermengen oft nicht schnell genug ableiten. Daraufhin staut sich das Wasser im Kanal und wird im schlimmsten Fall über Bodenabläufe und Co. in den Kellerraum zurückgedrückt.

Es gibt zwei wirkungsvolle Schutzmechanismen vor Kanalrückstau. Zum einen ist das der Rückstauverschluss, zum anderen die Hebeanlage (Punkt 2) mit Rückstauschleife. Welches von den beiden das Richtige ist, hängt davon ab, ob der öffentliche Kanal tiefer oder höher liegt als der Kellerboden:

  • Bei einem Kanal, der unterhalb des Bodens liegt, ist ein Gefälle zum Kanal vorhanden. Das bedeutet, dass das häusliche Schmutzwasser in Strömungsrichtung in den Kanal fließen kann. Abwasserleitungen mit freiem Gefälle zu einem Kanal werden durch den Rückstauverschluss vor Rückstau geschützt. Bei Kanalrückstau schließt sich die Rückstauklappe, sodass das Wasser nicht in den Keller gedrückt werden kann.
  • Befindet sich der öffentliche Kanal über dem Kellerboden, muss das häusliche Schmutzwasser mithilfe einer Hebeanlage nach oben gepumpt und die Abwasserleitung mit einer Schleife (Punkt 4) gesichert werden.

Rückstauverschluss oder Hebeanlage

Tipp 2: Überlegen Sie genau, welche Hebeanlageart Sie benötigen!

Die Wahl der Hebeanlage ist von der Abwasserart abhängig. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Anlagen für Schwarzwasser (fäkalienhaltig) und Grauwasser (fäkalienfrei). Schwarzwasser ist das Toilettenabwasser, welches sich aufgrund seiner groben Feststoffe schwer transportieren lässt. Hebeanlagen für fäkalienhaltiges Abwasser sind daher so konstruiert, dass sie nicht verstopfen können. Als Grauwasser wiederum bezeichnet man das fäkalienfreie Abwasser aus Waschmaschinen, Duschen oder Waschbecken. Über sogenannte Grauwasseranlagen kann diese Abwasserart übrigens so aufbereitet werden, dass man sie bedenkenlos für die Toilettenspülung verwenden kann. Die Norm nimmt folgende Unterteilung von Hebeanlagen vor:

  1. Fäkalienhebeanlage (Hebeanlagen nach DIN EN 12050-1)
  2. Hebeanlagen für fäkalienfreies Abwasser (Hebeanlage nach DIN EN12050-2)
  3. Fäkalienhebeanlagen zur begrenzten Verwendung (Hebeanlagen nach DIN EN 12050-3)

Aus Kostengründen entscheiden sich die meisten Bauherren für Fäkalienhebeanlagen zur begrenzten Verwendung. Dies macht allerdings nur Sinn, wenn es sich um einen kleinen Benutzerkreis handelt. Außerdem sollten nur maximal eine Toilette, ein Handwaschbecken, eine Duschwanne und ein Bidet unmittelbar angeschlossen sein. Weitere Bedingungen sind, dass oberhalb der Rückstauebene ein weiteres WC vorhanden ist und sich die Hebeanlage zusammen mit den Entwässerungsanlagen im selben Raum befindet.

Tipp 3: Planen Sie den richtigen Einbauort der Hebeanlage!

Grundsätzlich gibt es vier mögliche Orte für die Position einer Hebeanlage:

  1. Die Hebeanlage wird in die Bodenplatte eingebaut.
  2. Die Anlage wird frei in einem separaten, frostgeschützten Raum aufgestellt (frei aufgestellte Hebeanlagen).
  3. Um Wohnraum zu sparen und Geruchsbelästigung bei Wartungsarbeiten zu vermeiden, können sich Hebeanlagen auch in einem Schacht außerhalb des Gebäudes befinden.

Tipp 4: Denken Sie an eine Druckleitung mit Rückstauschleife!

Gemäß DIN EN 12056-4 muss eine Hebeanlage das Abwasser über eine Druckleitung (Punkt 3) mit einer Rückstauschleife in den Kanal pumpen. Die Rückstauschleife verhindert, dass das Wasser während eines Rückstaus zurück in den Keller gedrückt wird. Kanalrückstau kann nicht nur durch starke Niederschläge entstehen, sondern auch durch Rohrbrüche, kurzfristige Überbelastung beispielweise bei einer Groß-Veranstaltung oder durch Verstopfungen im Kanal. Damit die Rückstauschleife ihre Funktion erfüllen kann, muss sie oberhalb der Rückstauebene liegen.

Die Rückstauschleife ist unbedingt zu unterscheiden von dem in der Druckleitung eingebauten Rückflussverhinderer. Dieser sorgt lediglich dafür, dass sobald die Pumpe abgeschaltet ist, kein Wasser aus der Leitung zurück in den Sammelbehälter fließt.

Tipp 5: Berücksichtigen Sie die Pumpenleistung bei der Planung!

In der Planungsphase sollte unbedingt der Gesamtzufluss und die Förderhöhe ermittelt werden. Die Pumpe muss natürlich so ausgewählt werden, dass sie die Abwassermenge auf die gewünschte Höhe fördern kann. Darüber hinaus ist auch die Fließgeschwindigkeit in der Druckleitung zu beachten. Sie sollte zwischen 0,7 und 2,3 m/s betragen. Eine zu geringe Geschwindigkeit führt dazu, dass sich Ablagerungen in der Leitung bilden und sie letztendlich verstopft. Eine zu hohe Geschwindigkeit bringt den negativen Effekt mit sich, dass zu viel Energie verbraucht wird und höhere Strömungsgeräusche entstehen.

Tipp 6: Planen Sie den Einbau sorgfältig!

  • Auftriebssicherer Einbau: Die Hebeanlage muss fest im Boden verankert sein, da sie sonst bei erhöhten Grundwasserspiegel angeschlossene Leitungen abreißen kann.
  • Freier Arbeitsraum: Um Wartungsarbeiten realisieren zu können, müssen neben und über allen zu wartenden Teilen ein Arbeitsraum von rund 60 Zentimeter geschaffen werden.
  • Vertiefter Sammelbehälter: Um Abwasserleitungen im Kellerfußboden anschließen zu können, sollte der Sammelbehälter vertieft eingebaut werden.
  • Spannungsfreie Verbindungen: Mit kurzen Schlauchstücken ist es möglich, die Rohrleitungen spannungsfrei mit dem Behälter zu verbinden.

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