Mehr Sicherheit in 3 Schritten inkl. kostenloser Infografik

Sofort-Maßnahmen: Hochwasserschutz für Hausbesitzer

Viele Menschen haben keine Elementarschadenversicherung, was im Hochwasserfall fatal sein kann. Erfahren Sie hier, was Sie ganz einfach tun können, um sich vor Hochwasser zu schützen. Zusätzlich erhalten Sie die praktische Infografik, die Sie sich für Ihr Zuhause ausdrucken können.

Inhaltsverzeichnis

Hochwasser - wie kann ich mich schützen?

Wer in einem Hochwasser gefährdeten Gebiet wohnt, kann vorzeitig Maßnahmen treffen und sein Verhalten entsprechend anpassen. Höchste Priorität ist, das Wasser vom Haus fernzuhalten.

1. Vor dem Hochwasser - Die beste Prävention ist eine gute Planung

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  • 🏗 Bauvorsorge: Hochwasserverträgliche Baumaterialien verwenden. Fundamentunterkante nach unten verlegen, damit dies nicht unterspült werden kann.
  • 📐 Hochwasserangepasstes Bauen: Alle Eindringmöglichkeiten des Wassers müssen im Vorfeld analysiert werden. Zuerst dringt das Hochwasser in tiefliegende Öffnungen und Bereiche wie Kellerfenster und Schächte ein. Anschließend bahnt es sich den Weg über Türen und Fenster. Grundwasser, das bei Hochwasser möglicherweise höher steht als üblich, kann durch Kellerwände oder die Kellersohle, aber auch durch undichte Hausanschlüsse wie Rohrwege oder Kabel eindringen. Wassersperren, wie die „weiße oder schwarze Wanne“ verhindern den Wassereintritt in das Gebäude. Die „weiße Wanne“ besteht aus Beton, die „schwarze Wanne“ aus Bitumenschichten und Kunststoffbahnen. Um gegen Auftrieb geschützt zu sein, empfiehlt sich der Einbau einer besonders schwerlastigen Bodenplatte aus Beton. Zur Vermeidung von Unterspülung ist die Fundamentunterkante mindestens einen Meter unter der zu erwartenden Erosionsbasis zu legen. Lassen Sie sich beim Hausbau unbedingt zu den verschiedenen Möglichkeiten detailliert beraten.
  • 🧱 Schutzmauern: Errichten Sie Mauern aus Beton oder Stein, damit das Wasser möglichst vom Haus ferngehalten werden kann.
  • ☂ Mobile Schutzsysteme: Nutzen Sie sogenannte Floodgates oder Tür- und Fenstersperren, die Ihr Zuhause zusätzlich vor Wasser schützen. Diese Gates sind mobil Wandteile, die vor Fenster und Türen oder Lichtschächte gesetzt werden können.
  • 💧 Abdichten: Dichten Sie Fenster und Türen mit Silikon ab, sodass Wasser keine Eintrittschance hat.
  • 🪟 Druckwasserdichte Kellerfenster: Bauen Sie druckwasserdichte Kellerfenster ein. So bleibt der Keller vor dem Hochwasser geschützt.
  • ⚡ Elektro und Heizung: Die Elektroanlage und die Heizung sollten in obere Geschosse eingebaut werden - nicht im Keller, damit sie vor dem Hochwasser verschont bleibt.
  • 🛢 Heizöltanks: Heizöltanks gegen Aufschwimmen und Wassereintritt absichern, damit kein Öl austritt und Schäden verursachen kann. Regelmäßige Überprüfung der Tankdeckel auf Dichtigkeit durchführen.
  • 🔒 Rückstausicherungen: Rückstausicherungen sollten in allen Sanitärbereichen und im Keller eingesetzt werden. Sie sorgen dafür, dass kein Wasser aus der Kanalisation oder Rohrleitungen wieder zurück ins Haus gelangen kann.
  • 👩🏽‍🚒 Schutzmaterial: Halten Sie Schutzmaterial wie Schalungstafeln, Bretter, Folie, Werkzeug, Bauklebeband, Dichtungsmaterial, Sandsäcke bereit, um diese an hochwassergefährdeten Bereichen am Haus einzusetzen. Diese sind vor allem Fenster und Türen.
  • 🧪 Chemikalien: Leicht entzündliche Stoffe und Chemikalien nicht im Kellerbereich lagern, sondern in obere Geschosse sicher verwahren.
  • 📃 Versicherungspolice: Sichten und ggf. Vertragsinhalte anpassen lassen, damit in einem Hochwasserfall die Versicherung zahlt.

2. Während des Hochwassers

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Steigt der Wasserpegel stetig an und Sie bemerken, dass Wasser ins Haus eintritt, rufen Sie Hilfe. Die Feuerwehr (112) ist hierfür zuständig.

  • 🧘 Ruhe bewahren: Überlegt handeln, um den Überblick zu behalten.
  • ⛑ Lebensrettung: Sichern Sie sich selbst und danach andere Menschen. Bringen Sie sich allerdings nicht in Gefahr.
  • 👭 Hilfe leisten: Leisten Sie – wenn möglich Nachbarschaftshilfe.
  • ⚡ Sicherheit: Strom- und Gaszufuhr zu gefährdeten Räumen unterbrechen, um Stromschläge zu vermeiden. Am Sicherungskasten den Hauptschalter betätigen. Ist schon Wasser in Räume gelaufen, diese nicht mehr betreten.
  • 💧 Abdichtung: Leitungen, Abläufe, Fenster und Türen mit Sandsäcken, Folien und Schalungstafeln abdichten, damit die Wohnräume trocken bleiben.
  • 🚗 Auto: Mit dem Auto nicht durch überflutete Straßen und Uferbereiche fahren. Parken Sie das Auto außerdem um, falls Überschwemmungsgefahr in der Garage oder auf dem Stellplatz besteht.
  • 🌊 Wetterbeobachtung: Wetterentwicklung verfolgen, sich über mediale Kanäle informieren. Ggf. Lautsprechansagen beachten.
  • 🚒 Feuerwehr und THW: Anweisungen der Einsatzkräfte Folge leisten.

3. Nach dem Hochwasser

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  • 💰 Finanzielle Sicherheit: Schäden durch Gutachter feststellen lassen, damit die Vertragsbedingungen Ihrer Versicherung zum Schadensausgleich erfüllt werden können.
  • 💪 Körperliche Unversehrtheit: Stromversorgung, Haus- und Gasanlagen sowie Elektrogeräte durch einen Fachmann überprüfen und ggf. austauschen lassen, um Stromschläge zu vermeiden.
  • 🥃 Gesundheit: Wasserleitungen durchspülen und Trinkwasser abkochen, damit keine Keime durchs Trinkwasser aufgenommen werden.
  • 🍄 Schimmelprävention: Zeitnah Trocknungs-, Aufräum- und Reinigungsarbeiten der betroffenen Bereiche ausführen, um Schimmel vorzubeugen. Hier sollte ein Experte hinzugezogen werden, da die Bautrocknung technisch sehr aufwändig sein kann.
  • 📃 Versicherung: Beschädigte Gebäudeteile, Möbel-Einrichtungen und Sachwerte vom Versicherungsmitarbeiter schätzen lassen, erst dann entsorgen. Bausubstanz auf Schäden überprüfen lassen, damit bei der Versicherung Schäden gemeldet werden können.
  • ✅ Vorsorge: Maßnahmen zur Verhinderung künftiger Schäden mit Schadenexperten besprechen, damit im Hochwasserfall weniger bzw. keine Schäden mehr auftreten.

Für den Katastrophenfall

  • ⚡ Strom: Notstromaggregate und Pumpen für den Notfall anschaffen und an einem gut zugänglichen Ort lagern, damit Strom genutzt werden kann.
  • ⚠ Notfallartikel: Taschenlampe, Kerzen und Feuerzeug, Powerbank, Erste-Hilfe-Ausrüstung, persönliche Medikamente, Lebensmittel- und Trinkwasservorrat, Campingkocher, chemische Nottoilette, Wolldecken, Gummistiefel, Schlauchboot, Campingtoilette, Kleidung. Die Notfallartikel an einem leicht zugänglichen Ort aufbewahren.
  • 📝 Vorausplanung: Absprache eines Katastrophenfalls mit Familienmitgliedern und Verteilung der Aufgaben, Planung einer eventuellen Evakuierung von (Haus-) Tieren, Versicherungsdeckung prüfen, Dokumente an einem sicheren Ort unterbringen, damit im Notfall diese Prozesse unkompliziert und schnell ablaufen können. Notrufnummern wie 112 an einem offensichtlichen Ort platzieren, den die Familienmitglieder kennen.
  • 🧒🏼 Kinder: Kinder über den Katastrophenfall aufklären. Falls dieser auftritt, wenn sie in der Schule sind abklären, ob sie eine andere Anlaufstelle haben (im Falle einer Überschwemmung des Hauses). Mit Ihnen Notfallsituationen durchsprechen und grundsätzlich üben, Hilfe zu holen.

FAQ - die wichtigsten Fragen und Antworten zu Hochwasser

Es gibt sogenannte "Jahrhunderthochwasser", die bundesweit für Aufsehen sorgen und lange nicht in Vergessenheit geraten. Wie das Sommerhochwasser 2013, oder das Hochwasser 2021, das weite Teile in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen in Katastrophengebiete verwandelte.

Welche Risikofaktoren gibt es für Hochwasser?

  • Geländespezifische Gegebenheiten
  • Wassersättigung des Untergrunds
  • Vegetation
  • Mobilisierbare Geschiebemenge
  • Schneebereiche und deren Verteilung
  • Eingriffe an Gewässern (z.B. Dammbauten)
  • Nicht gefahrengerechte Planung, Nutzung und Bauverhalten

Wer haftet im Falle eines Hochwasserschadens?

Versicherung: Um auch im Hochwasserfall abgesichert zu sein, reicht eine Gebäudeversicherung nicht aus. Hierfür benötigen Sie eine Versicherung gegen Elementargefahren. Wohnen Sie in einem Hochwasser anfälligen Gebiet, so klären Sie explizit mit Ihrer Versicherung ab, ob und inwieweit Hochwasserschäden auch mit einer solchen Versicherung übernommen werden.

Vermieter: Als Vermieter können Sie außerdem Kosten für Unwetterschäden von der Steuer als Werbungskosten absetzen. In Manchen Fällen ist eine Wiederherstellungsmaßnahme von Wohnraum auch als Sonderabschreibung möglich.

Eigentümer: Für Selbstnutzer einer Immobilie können Hochwasserschäden auch als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung aufgeführt werden. Die Schäden müssen von einem unabwendbaren Ereignis, wie ein Unwetter verursacht worden sein. Lassen Sie sich hierzu beraten.


HINWEIS: Dieser Leitfaden ist allgemein gehalten und kann sich je nach individueller Situation eines Betroffenen unterscheiden. Der Ratgeber soll ein Bewusstsein dafür schaffen, wie im Hochwasserfall schnell und wirkungsvoll gehandelt werden kann.

Sind Sie betroffen, oder haben Sie bereits Erfahrungen mit Hochwasser gemacht? Haben Sie Ergänzungen, Lob oder Kritik an unserer Auflistung? Dann können Sie uns gerne eine E-Mail mit Ihrem Feedback zukommen lassen.


Lebensretter Infografik zum Ausdrucken:

Rettungsmaßnahmen beim Hochwasser - Infografik zum Ausdrucken für Zuhause im Katastrophenfall zum Schutz Ihrer Familie:

Infografik

Bitte teilen Sie diese Grafik mit Ihren Freunden und Familie, damit auch diese für den Notfall gewappnet sind.

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