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Kesselheld über Abgasführung bei Brennwertheizungen

Abgassysteme für Brennwertkessel

Beim Verbrennen eines Energieträgers wie Öl oder Gas entstehen Abgase. Diese sind sicher aus dem Haus hinaus zu befördern. Bei Brennwertkesseln treten hinsichtlich der Abgasführung Besonderheiten auf. So kann es bei einer fehlerhaften Abgasführung zur Versottung des Schornsteins kommen. Hierbei setzen sich Feuchtigkeit und ätzende Stoffe an die Innenseite des Kaminschachts. Daher fragen sich viele: Ist mein Schornstein für den Betrieb eines Brennwertkessels geeignet?

Inhaltsverzeichnis

TextÜber die Gastautorin

Kerstin Bruns ist Online Redakteurin und Heizungsexpertin bei der Firma Kesselheld – einem digitalen Heizungsbauer. Von der automatisierten Angebotserstellung bis hin zur Begehung des Heizungskellers mittels Smartphone hat das Düsseldorfer Startup wesentliche Schritte rund um den Heizungswechsel digitalisiert, um so den Kosten- und Zeitaufwand für Heizungskunden zu reduzieren. Die bundesweite Installation der Heizungen übernehmen eigene Kesselheld Heizungsmonteure.

Unterschied eines Brennwertkessels zur herkömmliche Heizung

Abgas DurchführungBildquelle Pixabay

Bei einem herkömmlichen Kessel entweicht wertvolle in den Abgasen enthaltene Wärmeenergie ungenutzt über den Schornstein an die Außenluft. Auf diese Weise verfeuern Heizungsbesitzer bares Geld aus dem Kaminschacht. Um dies zu verhindern, kühlt der Wärmetauscher des Brennwertkessels die Abgase aus dem Verbrennungsprozess des Kessels herunter, sodass diese einen tröpfchenförmigen Zustand annehmen. Dieser Vorgang ist auch als Kondensation bekannt.

Es entsteht Feuchtigkeit, die wertvolle Energie freisetzt. Diese macht sich der Brennwertkessel für die Beheizung zu Nutze. Durch diese effiziente Arbeitsweise sparen Hausbewohner bis zu 30 Prozent gegenüber einer Heizung ohne Brennwerttechnik ein.

Welchen Einfluss hat der Brennwerteffekt auf die Abgasführung?

Feuchtigkeit

Bei konventionellen Heizungen verdampft der Wasseranteil in den Abgasen aufgrund der hohen Temperaturen noch innerhalb der Abgasleitung. Dies schützt das Mauerwerk des Schornsteins vor Feuchtigkeit. Durch die niedrige Abgastemperatur bei einem Brennwertkessel verbleibt ein Restanteil des Wassers jedoch in der Abgasleitung. Eine Versottung des Schornsteins ist dabei häufig die Folge. Um kostspielige Bauarbeiten am Mauerwerk zu verhindern, ist bei der Neuinstallation eines Brennwertgerätes eine Schornsteinsanierung erforderlich. Dabei lässt der Fachmann vom Dach aus ein feuchte- und säurebeständiges einwandiges Abgasrohr in Ihren Kaminschacht ein.

Niedrigere Abgastemperatur

Abgase eines Brennwertkessels erreichen Temperaturen von etwa 45 Grad. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Kessel verursacht klimaschädliche Abgastemperaturen von etwa 180 Grad. Heiße Abgase entweichen über das Abgasrohr an die Außenluft. Denn warme Luft steigt nach oben. Je kälter die Abgase sind, desto schlechter funktioniert dieser thermische Effekt. Daher kommt für die die Abgasführung von Brennwertkesseln alternativ Überdruck zum Einsatz. Dabei befördern Gebläse die Abgase durch die an den Kessel angeschlossenen Rohre an die Luft.

Mehr zum Thema Gasbrennwertkessel, dessen Eigenschaften, Funktionen und Testergebnissen von unabhängigen Instituten gibt es hier.

Abgassysteme im Überblick

Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten für Abgassysteme bei einem raumluftunabhängigen Brennwertkessel vor. Das heißt, der Kessel saugt die Verbrennungsluft für den effizienten Verbrennungsvorgang im Kessel aus der Außenluft an.

Abgasführung im Schacht bzw. Schornstein integriert

Soll das Abgasrohr in einen Kaminschacht oder Schornstein integriert werden, ist ein einwandiges Abgasrohr in der Regel aus Kunststoff oder Edelstahl bereits ausreichend. Dieses lässt der Fachmann in den Schacht ein. Der Schacht muss der Feuerwiderstandsklasse F90 bzw. F30 entsprechen. Ein F90 Schacht hält einem austretenden Feuer bis zu 90 Minuten stand.

Einwandiges Abgasrohr im Kaminschacht Einwandiges Abgasrohr im Kaminschacht. Bildquelle: Kesselheld

Diese Art von Abgassystem führt der Heizung über den Spalt, der zwischen Schacht und Abgasrohr liegt, Verbrennungsluft zu. Das eingelassene Abgasrohr führt die Abgase des Kessels nach außen an die Luft ab. Die Länge des Abgasrohres hängt dabei von der Heizleistung des Brennwertgeräts ab.

Achtung! Mindestschachtmaße einhalten:
Der Abstand zwischen der äußeren Hülle des Abgasrohres inklusive Dämmungsmaterial und der Innenseite eines quadratischen Schachtes sollte zwei Zentimeter betragen. Bei einem runden Schacht ist ein größerer Mindestabstand von mindestens drei Zentimetern einzuhalten.

Abgassysteme mit doppelwandigem Rohr

Ein doppelwandiges Abgas-Zuluft-Rohr ist am Kessel angeschlossen und setzt sich aus einem Rohr zusammen, das von einem weiteren äußeren Rohr umschlossen ist. Das innere Rohr führt die verbrauchten Abgase an die Außenluft ab. Im Ringspalt zwischen dem inneren und dem äußeren Rohr wird Verbrennungsluft über das Gegenstromprinzip zum Kessel geführt. Bauherren haben die Wahl zwischen einer Montage des Edelstahlrohres an der Hauswand oder über eine Bodenkonsole.

Doppelwandiges Edelstahlrohr an der Wand montiert Doppelwandiges Edelstahlrohr an der Wand montiert. Bildquelle: Kesselheld

Generell gilt: Die Abführung muss auf derselben Etage vom Aufstellungsort des Kessels erfolgen! Anderenfalls wird Ihr Heizkessel nach Installation nicht vom zuständigen Schornsteinfeger abgenommen. Ohne eine ordnungsgemäße Führung der Abgase kann es zu erhöhter Erstickungs- und Brandgefahr kommen.

Wer überprüft den sachgerechten Einbau des Abgassystems?

Die Abnahme des Schachtes erfolgt durch den Schornsteinfeger unter Berücksichtigung der Feuerungsverordnung und der Landesbauordnungen des jeweiligen Bundeslandes sowie der technischen Regeln für Gasinstallationen (kurz: TRGI). Es empfiehlt sich den Schornsteinfeger bereits zu Beginn in die Planung einzubeziehen. Dieser kann Ihnen Auskunft geben, ob Ihr ausgewähltes Modell geeignet ist. So vermeiden Sie Kosten zur Ausbesserung nicht passender Bauteile.

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